Mobbing im Internet
"Watch your Web" ist eine aktuelles Aufforderung zum Thema. Andere Stichworte sind "Cybermobbing" oder "Cyberbullying". Das Internet wird immer mehr auch zu einer Spielwiese für bösartige oder kriminelle Belästigungen und Schädigungen. Die Täter sind dreist und schwer zu fassen. Gutes Zureden hilft nicht.
Die typischen Fälle sind:
- Mißbrauch der vom Opfer selbst ins Internet gestellten Daten wie Bilder, Lebensläufe, Adressen oder Bankdaten;
- Fälschung von Bildern zu kriminellen Zwecken;
- Verfälschung von Bildern und Texten, um dem Opfer zu schaden;
- Veröffentlichung von privaten Fotos, um das Opfer unter Druck zu setzen, sich zu rächen oder dem Opfer zu schaden;
- bösartige, falsche oder diskreditierende Einträge in Foren, Webblogs oder Internetenzyklopedien (Wikipedia etc.);
- Identitätsdiebstahl (jemand kauft auf Ihre Rechnung oder jemand veröffentlicht Dinge im Internet unter Ihrem Namen);
- ein Fremder errichtet einen Skype-,Twitter oder Facebookaccount unter Ihrem Namen, um Ihnen Schaden zuzufügen;
und vieles mehr.
Meistens ist das Entsetzen groß, wenn man z.B. bei einer Bewerbung mit solchen Attacken überraschend konfrontiert wird. Peinliche Bilder in der Bewerbungsakte, wer will das schon? Schlimm, wenn Geschäftspartner plötzlich Emails bekommen, in denen gefälschte Bilder oder unwahre Tatsachenbehauptungen stehen. Schlimmer, wenn die Polizei ermittelt, weil auf ein ahnungloses Opfer vorsätzlich ein falscher Verdacht gelenkt worden ist.
In all diesen Fällen stößt der oder die Betroffene schnell auf unüberwindliche Hürden wenn er versucht, die Angriffe abzuwehren. Forenbetreiber antworten nicht, die Betreiber von Internetseiten sitzen irgendwo in der Welt, Strafanzeigen laufen ins Leere.
Ähnliche Probleme treten auf, wenn ein Internetnutzer all die Möglichkeiten, die das World Wide Web bietet, etwas zu sorglos verwendet hat. Heute stehen dann Bilder im Netz, die den Betroffenen buschstäblich mit runter gelassener Hose zeigen. Früher war das mal lustig, jetzt paßt das aber gar nicht mehr zum Image. Aber was tun?
Was wir raten
Wir raten zunächst zur Vorbeugung!
Das Internet ist (fast) eine Einbahnstraße. Man bekommt schnell und leicht vieles dort hinein, aber all dies nur unter größten Schwierigkeiten wieder heraus.
Merksatz 1: Das Internet macht es Betrügern und Stalkern leicht, vor den Opfern aber werden Hürden aufgehäuft!
Je weniger Bilder, Daten, Informationen wir angeben, desto weniger davon kann mißbraucht werden. Geizen Sie also mit Ihren persönlichen Daten. Geben Sie nur das Minimum, die Pflichtfelder, an und verzichten Sie lieber auf einen Service, der Sie zur Angabe von Daten zwingen will, die so gar nichts mit dem Zweck der Sache zu tun haben.
Achten Sie darauf, daß alle möglichen Dienste im Internet die Möglichkeit vorsehen, Ihre persönlichen Daten, Ihr Profil, öffentlich anzuzeigen. Nicht selten ist das die Standardeinstellung. Ändern Sie das und testen Sie es auch!
Vergessen Sie nicht, daß die Möglichkeit einen Account zu schließen nicht gleichbedeutend mit der Löschung Ihrer Daten ist. Viele Internetdienste speichern die Daten weiterhin und all das, was einmal veröffentlicht war, ist schon lange anderswo erfaßt, abrufbar und verwertbar. Viele sind bemerkenswerter Weise entsetzt, wenn man ihnen ihre Homepage zeigt, die sie schon vor Jahren gelöscht hatten.
Merksatz 2: Das Internet vergißt und verzeiht nie!
und wenn es passiert ist?
Wenn alle Ihre Versuche gescheitert sind, bleibt nur der Weg, sich professionelle Hilfe zu besorgen. Dazu gibt es spezielle Agenturen, aber auch Anwälte, die sich spezialisiert haben.
Siehe dazu: Rufmord und Mobbing im Internet

